Gesellschaft für Geschichte
der Wehrmedizin



Ausgewählte Exponate der Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr an der Sanitätsakademie der Bundeswehr

 

Besteck zur Lumbalpunktion und dessen Einsatz in der Wehrmacht

Das Besteck zur Lumbalpunktion aus dem „Sammelbesteck 1939“ war im Zweiten Weltkrieg für die Feld- und Kriegslazarette bestimmt.

Zum Einsatz kam es vor allem bei Hirnverletzten sowie Soldaten, die Infolge der Öffnung des Schädeldaches (Trepanation) Anzeichen eines Infekts zeigten. Der entnommene Liquor cerebrospinalis (Hirnflüssigkeit) wurde anschließend zentrifugiert und nativ oder eingefärbt unter dem Mikroskop untersucht. Vor Punktion desinfizierten Ärzte oder medizinisches Assistenzpersonal den Lendenwirbelbereich der sitzenden Patienten. Anschließend punktierte ein Mediziner zwischen zwei tastbaren Dornfortsätzen. Der Mandrin (Führungsdraht) der Bierschen Hohlnadel wurde zurückgezogen und der austropfende Liquor in einem Zentrifugenglas aufgefangen. Nach Entfernung der Nadel legte das Sanitätspersonal einen sterilen Verband an.

Das Besteck kam ebenfalls bei der ähnlich verlaufenden Lumbalanästhesie (heute Spinalanästhesie) zur Operation der unteren Körperhälfte zum Einsatz. Das 1898 durch den Chirurgen August Bier entwickelte Verfahren wurde in den Feldlazaretten jedoch eher selten angewendet, in Kriegs- und Reservelazaretten gehörte es dagegen fast zur Standarttherapie. Wie Bier in seiner Originalpublikation schrieb, wurden nach Einspritzung von Kokain in den Rückenmarkshohlraum ein „[...] starkes drücken und ziehen am Hoden [...]“ sowie „[...] Schläge mit dem Eisenhammer gegen das Schienbein [...]“ nicht mehr als schmerzhaft empfunden.

Da zu dieser Zeit von verschiedenen Herstellern nur scharf geschliffene Hohlnadeln zur Verfügung standen (heute verwendet man sogenannte atraumatische Hohlnadeln mit pencil point-Spitze), wird in der Literatur sowohl nach Lumbalpunktion als auch nach Lumbalanästhesie mehrfach über postspinalen Kopfschmerz berichtet. Hierbei handelt es sich um einen rein lagerungsabhängigen Kopfschmerz, der in der Horizontalen nahezu völlig verschwindet und bei Begeben in die Vertikale sofort heftig auftritt und über mehrere Wochen anhalten kann.

Oberfeldarzt d. R. Ronnie Strauch

LumbalpunktionLumbalpunktion2

 

Seltenes chirurgisches Besteck für die Lehrsammlung

Die Militärgeschichtliche Lehrsammlung konnte ihre Bestände 2017 durch eine Schenkung
von Herrn OMR Prof. Dr. sc. med. Dietmar Enderlein um ein seltenes chirurgisches
Instrumentarium erweitern. Das uns übertragene sehr gut erhaltene „Besteck Nr. 5“ ist in den
verfügbaren Literaturquellen, Vorschriften und Packordnungen nicht beschrieben. Sicher ist
nur, dass es durch die Firma Aesculap, Tuttlingen, um 1930 hergestellt wurde. Der Kasten ist
aus Panzerholz (Vollmetallkasten mit Wandauskleidung aus Schusterspan und Filzbeschlag)
gefertigt, was erst durch das Truppenbesteck 1935 bekannt wurde. Die Einsätze sind äußerst hochwertig
und zeitintensiv hergestellt. Enthaltene Instrumente und Geräte zeigen eine
Variabilität derer des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Hier sei als Beispiel die
„Schimmelbuschmaske“ zur Durchführung von Narkosen genannt, die erst mit dem
Truppenbesteck 1935 den Einzug in die Sanitätsausrüstung der Wehrmacht hielt. Das
enthaltene Chloroformfläschchen nach Esmarch erscheint jedoch zum letzten Mal im
Truppenbesteck 1918 des kaiserlichen Heeres. Aufgrund dieser Tatsachen und der
dunkelgrünen Originalfarbe (Kasten weitgehend überlackiert) ist der Kasten als sehr seltenes
Bindeglied zur Feldsanitätsausrüstung der Reichswehrzeit anzusehen.

Oberfeldarzt d.R. Ronnie Strauch

Besteck

 

Bluttransfusionsgerät nach Tzank

Im angloamerikanischen und französischen Raum wurde die Bluttransfusion bereits im ersten Weltkrieg regelmäßig angewendet. Nach Versuchen mit verschiedenen Geräten führte die Wehrmacht 1939 zunächst das "Gerät zur direkten Bluttransfusion" ein. Hierbei handelte es sich um das Bluttransfusionsgerät nach Tzank, jetzt produziert von
B. Braun – Melsungen. Das Gerät ist für die direkte Bluttransfusion von Vene zu Vene nach dem "Dreiwegehahnprinzip" konzipiert. Es besteht aus einem, als Sterilisator verwendbarem, Metallkasten, in welchem die verschiedenen Utensilien untergebracht sind. In den vorderen Sanitätseinrichtungen fand dieses Gerät eine geringe Resonanz, da häufig nicht ausreichend Spender zur Verfügung standen. Die geforderte Transfusion auf dem Hauptverbandplatz konnte hierdurch nicht regelhaft erreicht werden. In den Kriegslazaretten und rückwärtigen Sanitätseinrichtungen setzte man dieses Verfahren häufiger ein. Hier standen oft ausländische Hilfskräfte oder auch Leichtverwundete als Spender zur Verfügung.

Bluttransfusionsgeraet

 

Letzte Rot-Kreuz-Flagge des Rettungszentrums Feyzabad

Vom 1. September 2004 bis zur Außerdienststellung am 16. Oktober 2012 wurden im Rettungszentrum Feyzabad in der Provinz Badakhshan die Soldatinnen und Soldaten des östlichsten deutschen Provincial Reconstruction Teams (PRT) in Afghanistan sowie zahlreiche Zivilisten sanitätsdienstlich versorgt. Das PRT Feyzabad war nach Kunduz das zweite PRT in Afghanistan, das unter deutscher Führung eingerichtet wurde. Die ersten deutschen Soldaten kamen im Juli 2004 nach Feyzabad. Vom PRT aus fand ein Großteil an Ausbildung für afghanische Sicherheitskräfte aus Armee und Polizei statt. Mit der Rückrüstung und Übergabe des Feldlagers Feyzabad endet die Geschichte dieses wichtigen Stützpunktes und auch seines Rettungszentrums, in dem über die Jahre zahlreiche Angehörige des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ihren Dienst verrichtet haben.

Flagge Flagge_2

 

Hauptbesteck 1939

Das Exponat des Monats November / Dezember 2012 ist ein gut erhaltenes Hauptbesteck aus der Feldsanitätsausrüstung 1939. Der mit umfangreichem chirurgischem Besteck versehene Panzerholz-Kasten wurde anlässlich des 4. Wehrmedizinhistorischen Symposiums der Gesellschaft für Geschichte der Wehrmedizin e.V. am 22. November 2012 an der Sanitätsakademie der Bundeswehr von Flottillenarzt d.R. Dr. med. Michael Häussler an den Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr übergeben. Das im Jahre 1939 von der damaligen Heeres-Sanitätsinspektion der Wehrmacht konzipierte vielseitige großchirurgische Instrumentarium stellte die instrumentelle Grundlage für die verschiedenen chirurgischen Fachdisziplinen dar und wurde im 2. Weltkrieg in großer Anzahl in den Sanitätskompanien und Feldlazaretten eingesetzt. Es wurde nun in die Wehrgeschichtliche Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr aufgenommen.

Hauptbesteck
Flottenarzt Dr. Volker Hartmann 

 

Fackel

Mit dem Exponat des Monats erinnern wir durch die Fackel an die Olympischen Spiele vor 16 Jahren in Atlanta sowie durch den Glaswürfel und die „Presseinfo“ In San II 3 vom 17.08.1972 an die XX. Olympischen Spiele vor 40 Jahren in München Bei den Spielen 1972 hatte das Organisationskomitee seine „Sanitätszentrale“ in die Akademie für das Sanitäts- und Gesundheitswesen der Bundeswehr in der Infanteriestraße (in unmittelbarer Nähe des Olympiageländes) und damit in die Hände des damaligen Generalarztes Dr. Rebentisch gelegt. Der Abschluss- und Erfahrungsbericht des Akademiekommandeurs befindet sich ebenfalls in der Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

Fackel
Oberstleutnant Dipl.-Kfm. Mellentin, Sanitätsakademie der Bundeswehr  

 

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Das Militärhistorische Museum in Dresden (MHM) ist das Leitmuseum der Militärhistorischen Museen und Sammlungen der Deutschen Bundeswehr und das größte militärhistorische Museum in Deutschland.
Nach siebenjähriger Umbauzeit mit spektakulärer Integration eines markanten Keils in das historische Gebäude am Olbrichtplatz hat es sich seit dem 14. Oktober 2011 zu einem neuen Dresdner Publikumsmagneten entwickelt. Der Name des Stararchitekten Daniel Libeskind mag dazu nicht unwesentlich beigetragen haben!
Auch das ehemalige Luftwaffenmuseum in Berlin ist mittlerweile dem Leitmuseum als „Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Flugplatz Berlin-Gatow“ unterstellt.
Für unsere Wehrgeschichtliche Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist es in fachlichen Fragen eine erste Anlaufstelle. Neben dem klassischen militärischen urkundlichen Nachweis werden unsere Exponate zusätzlich nach einem aus Dresden vorgegebenen Verfahren inventarisiert und mit einem Barcode aus Dresden versehen - in unserem Fall mit der Buchstabenkombination CAAV und einer vierstelligen Ziffernfolge. Die „Bell“ hat z.B. die Inventarnummer „CAAV 3000“, das neueste Exponat die CAAV .…… Ein paar Geheimnisse müssen wir ja noch haben dürfen! Zusammen mit unseren Büchern können wir heuer der Prüfgruppe nach Paragraph 78 BHO fast 9.000 inventarisierte Exponate anbieten. In Dresden kann man ca.10.000 Exponate bestaunen.
Gemeinsamer Fachvorgesetzter ist das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam, doch darüber bei anderer Gelegenheit mehr.
Für die bevorstehende Urlaubszeit wünschen wir Ihnen viel Freude, Erholung und ein gesundes Wiedersehen! Auch Dresden ist also eine Reise wert. Für Soldaten gilt noch Eintritt frei!

Ihre Wehrgeschichtliche Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr

PS: Am 29.03.2012 wurde im MHM Dresden durch den Bundesminister der Verteidigung der „Dresdner Erlass“ unterschrieben. Dieser regelt die Grundsätze für die Spitzengliederung, Unterstellungsverhältnisse und Führungsorganisation im Bundesministerium der Verteidigung und der Bundeswehr. Der GI ist demnach truppendienstlicher Vorgesetzter der Soldaten und Teil der Leitung BMVg.


 

Chirurgisches Instrumentarium

Bei unserem Exponat des Monats Mai 2012 handelt es sich um ein unvollständiges chirurgisches Instrumentarium, welches bisher nicht inventarisiert worden ist. Es befindet sich seit Jahrzehnten in unseren Archivbeständen ohne richtige Kennzeichnung. Herkunft und Zugang sind nicht mehr nachvollziehbar. Lediglich ein kleiner Zettel lag in einem der Einlegefächer, auf dem verzeichnet war: „Krieg 1870/71“. Das chirurgische Instrumentarium befindet sich in einem Holzkoffer mit zwei Einsätzen. Es ist nicht ganz vollständig. Weder auf dem Holzkoffer noch auf den Instrumenten finden sich Hinweise (Schilder, Gravuren, Stanzungen,...) zu einem Hersteller, Herstellungsjahr, bzw. –ort. Auffällig ist die – im Gegensatz zu anderen Instrumentensätzen jener Zeit - besonders umfangreiche Ausstattung.

Der Holzkoffer mit Metallbeschlägen ist aufklappbar und beinhaltet sowohl in Deckel als auch Boden Aufbewahrungsmöglichkeiten für Instrumente. Darüber hinaus hat er zwei herausnehmbare hölzerne Einsätze. Die Instrumente sind im Gegensatz zu anderen uns bekannten Instrumenten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts komplett aus Stahl gefertigt und nicht mehr mit Holzgriffen, was einen Rückschluss auf die Kenntnis von Infektionen und Krankheitsübertragung zulassen kann. Anhand der Bauart und der besonderen Ausführungen der Instrumente vermuten wir als Herstellungszeit das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts. Einige wenige Instrumente sind nicht original, da sie nicht in die Halterungen und Vertiefungen der Einsätze passen. Die Lehrsammlung möchte mit der Darstellung bisher nicht klassifizierter musealer Gegenstände zur Diskussion anregen und freut sich über Hinweise bzw. Unterstützung bei der historischen Einordnung des Exponats.

Hauptmann d.R. Henrik Koch und Flottenarzt Dr. Volker Hartmann

Mai_2012

 

Vor genau 20 Jahren, am 8. April 1992, beschloss die Bundesregierung, Soldaten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zur Unterstützung der UNTAC-Mission (United Nations Transitional Authority in Cambodia) nach Südostasien zu schicken. Mit diesem Einsatz begann die bis heute anhaltende Epoche der Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Es ging damals darum, UNTAC durch den Betrieb eines 60-Bettenhospitals in der Hauptstadt Phnom Penh zu unterstützen. Die damalige nicht ganz einfache politische Lage zeigte sich auch daran, dass das deutsche Kontingent nicht der UNTAC unterstellt wurde, sondern zunächst unter nationalem Befehl blieb – obwohl der deutsche LSO, der damalige Oberstarzt Dr. Peter Fraps, den gesamten, aus 20 Nationen rekrutierten Sanitätsdienst der UN-Truppe mit 171 Ärzten und mehr als 1.000 Mann Assistenzpersonal in insgesamt 118 Sanitätseinrichtungen führte.

Der Aufbau des Lazaretts begann im Mai 1992 unter Führung des damaligen Sanitätslehrbataillons 851 der Sanitätsakademie der Bundeswehr. 350 Tonnen Material mussten nach Kambodscha transportiert werden, der klinische Betrieb konnte schon im Juni beginnen. Im Deutschen Feldhospital standen mehrere Betten-, Isolier- und Intensivstationen zur Verfügung. Weiterhin bekannt geworden ist auch das Medical Center, das der medizinischen Versorgung Einheimischer diente. Diese Art eines humanitären Einsatzes spielte im Laufe der insgesamt drei Kontingente bis zum Ende der Mission im Oktober 1993 eine immer wichtigere Rolle.

Die ausgestellten Exponate, Barett, Armbinde, UN-Flagge und Wappen des Deutschen Feldlazaretts Phnom Penh stammen aus dem Besitz des Vorsitzenden unserer Gesellschaft, Generalstabsarzt Dr. Peter Fraps, der damals maßgeblich als Chief Medical Officer UNTAC tätig gewesen ist.

Flottenarzt Dr. Volker Hartmann

April_2012

Exponate UNTAC-Einsatz (Besitzer Dr. Fraps; Foto: Dr. Hartmann)


 

Der Zeitzeuge Prof. Dr. Walter Bachmann (02.11.1919 – 15.07.2011)

Ein Aufgabengebiet der Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist die Durchführung, Aufbereitung und Auswertung von Zeitzeugen-Interviews.

Im Sommer 1939 war der Fhj-Gefr Walter Bachmann in die Militärärztliche Akademie (MA) in Berlin eingetreten, um seine Laufbahn als Berufssanitätsoffizier zu beginnen. Für dieses Berufsziel steht auch sein Dienstgradabzeichen (s.u.) als Feldunterarzt, das in dieser Form – versehen mit dem „A“ – nur Angehörigen der Militärärztlichen Akademie zustand.

Im Rahmen seines Studiums war er – ebenso wie die Angehörigen der Studentenkompanien (z.B. Sanitätsfeldwebel Reserveoffiziersbewerber Hans Scholl) – zu einer Frontfamulatur verpflichtet.

Gezeigt werden hier einige Exponate, die den Fronteinsatz bei den Winterkämpfen 1941/42 um Sewastopol widerspiegeln.

Die Wehrgeschichtliche Lehrsammlung verfügt über den militärischen Nachlass von Prof. Dr. Bachmann. Ein Teil dieses Nachlasses ist ein Zeitzeugen-Interview, das die Wehrgeschichtliche Lehrsammlung im Sommer 2010 mit Prof. Dr. Bachmann durchgeführt hat.

Hauptmann d. R. H. Koch

März_2012

Archivgut zu Prof.Dr. Bachmann (Foto: Wehrgeschichtliche Lehrsammlung)


 

Die Exponate des Monats Februar 2012 sind dem ehemaligen Inspekteur des Sanitäts- und Gesundheits-wesens der Bundeswehr (1976-1980) und vormaligen Kommandeur der Akademie des Sanitäts- und Gesundheitswesens der Bundeswehr in München (1969-1973), Generaloberstabsarzt a.D. Prof. Dr. med. Ernst Rebentisch, gewidmet.

Anlässlich seines 92. Geburtstages am 30. Januar 2012 und in Würdigung seines Lebenswerkes werden Teile seiner Bundeswehr-Uniform (Schiffchen, Koppel und Dienstgradabzeichen) und das im Zweiten Weltkrieg auf Grund persönlicher Tapferkeit als Panzeroffizier verliehene „Deutsche Kreuz in Gold“ ausgestellt. Zudem werden verschiedene vielbeachtete Bücher von Prof. Dr. Rebentisch aus dem Bereich der Wehrmedizin gezeigt, wie auch die von ihm verfasste und später in den USA in englischer Sprache publizierte Geschichte der 23. Panzerdivision der Deutschen Wehrmacht, in der er als junger Offizier diente.

Sein erfolgreiches wissenschaftliches Wirken wird mit dem „Handbuch der Medizinischen Katastrophenhilfe“ verdeutlicht, das im Auftrag des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer 1988 herausgegeben worden ist. Generaloberstabsarzt a.D. Prof. Dr. Rebentisch, ab 1975 Honorarprofessor für Wehr- und Katastrophenmedizin an der Technischen Universität München, gilt auch als Begründer der „Wehr- und Katastrophenmedizin“, war Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin und deren erster Präsident.

Von hoher Bedeutung sind auch die 1995 unter dem Titel „Die Gesundheit der Soldaten“ von Prof. Dr. Rebentisch publizierten Dokumente zur Entstehung des Sanitäts- und Gesundheitswesens der Bundeswehr. Dieses mehr als 600seitige Opus stellt das maßgebliche Standard- wie Quellenwerk für jeden Historiker dar, der sich heute mit der Gründerzeit der medizinischen Versorgung in der Bundeswehr beschäftigt. Besonderes Gewicht erhält dieses Quellenwerk auch deshalb, da die Geschichte des Sanitätsdienstes nach wie vor als wissenschaftliches Desiderat anzusehen ist.

Als Ausdruck der großen internationalen Anerkennung, die Prof. Dr. Rebentisch zuteil wurde, wird zudem der Originalbericht über die ihm anvertraute Leitung des Sanitätseinsatzes während der XX. Olympischen Spiele 1972 in München präsentiert.

Die ausgestellten Dokumente und Archivalien der Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr geben damit ein eindrucksvolles Zeugnis der großen Leistungen, die Generaloberstabsarzt a.D. Prof. Dr. Rebentisch für die sanitätsdienstliche Versorgung der Bundeswehr wie auch für die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Etablierung der Katastrophenmedizin in Deutschland erbracht hat. In diesem Zusammenhang soll ergänzend daran erinnert werden, dass dem Jubilar im Jahre 2009 die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, die Paracelsus-Medaille, in Anbetracht seiner herausragenden Verdienste um das deutsche Gesundheitswesen verliehen worden ist.

Flottenarzt Dr. Volker Hartmann und Oberfeldarzt Prof. Dr. Ralf Vollmuth

Februar_1_2012

Archivgut zu Prof.Dr. Rebentisch (Foto: Dr. Hartmann)

Februar_2_2012 

Exponate Februar 2012 (Foto: Dr. Hartmann)


 

Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen präsentiert die Wehrgeschichtliche Lehrsammlung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr erstmals ein Exponat des Monats im Treppenhaus des Stabsgebäudes der SanAkBw in der Münchner Ernst-von-Bergmann-Kaserne.

Die Vitrine zeigt eine Totenmaske Friedrichs II. von Preußen, genannt „der Große“ (geb. am 24. Januar 1712 zu Berlin, gest. am 17.August 1786 zu Potsdam). Das Exponat, der „Alte Fritz“, stellt eine Gipskopie vom originalen Wachsabdruck des Malers Johann Eckstein dar und ist eine Leihgabe von Stabsfeldwebel von Borcke.

Daneben zeigt die Vitrine die Fotographie eines Portraits des „Regiments-Chirurgus“ und Zeitgenossen Johann Georg Habricht (1731-1789). Das Original (Maler unbekannt, 18. Jahrhundert) befindet sich in der Galerie der Akademie und ist vor allem wegen einer zeitgenössischen Aufschrift auf der Rückseite kulturhistorisch interessant. Dort ist zu lesen:

 „Johann Georg Habricht, 39 Jahre alt, aus Hildesheim gebürtig, hat 1771 seinen Dienstanfang in der Charité gemacht. Hernach bei den Czettow-Husaren und dem 1. Bataillon Leibgarde. Er ist ein geschickter Mann und hat vorzüglich gut sein Cursum gemacht.

Den 25.2.1783 ist er Regimentschirurgus geworden bei dem hochlöblichen Infanterie Regiment Generalmajor Graf Henckel von Donnersmarck in Bartenstein. In die Stelle des Regimentschirurgus Daniel Gottlieb Bracht, welcher schwaches Gefühl und Zittern in den Händen wegen, sich bei Sr. Majestät Friedrich II, die Polizei Bürgermeister Stelle ausgebeten hatte.“

Oberstleutnant Rufin Mellentin

Januar_1_2012

Abguss der Totenmaske Friedrichs des Großen (Foto Hptm d.R. Koch)

April_2012 

Exponat des Monats (Foto Hptm d.R. Koch)